Ein kleiner Nachtrag

Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, ich würde in meinem vorherigen Beitrag das Internet und Computertechnik verteufeln … dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil, ich liebe die Hilfen und Möglichkeiten, die das Netz und die Computertechnik bieten.
Und ich hoffe, das Letzteres auch aus meinem kleinen Artikel ersichtlich wird, denn …

Kein Internet = kein Armageddon, die Suche nach Eden = kein Autor D.J.Franzen, der einen Autorenblog führt … eine entsetzliche Vorstellung! 😉
Aber ich finde, dass viele Menschen das Netz und Computertechnik und Software einfach zu wichtig nehmen und darüber die Basics des Lebens vergessen.
Was nützt mir im Dschungel des Kongo ein Chirurg, der zwar einen OP-Robot bedienen kann, aber bei einem entzündeten Blinddarm mit seinem Handy verzweifelt nach Netz sucht, damit er seinen alten Prof an die Strippe bekommt?
Was nutzt einem Autor das tollste Schreibprogramm mit umpfzig Features, wenn er einfach nicht so erzählen kann, dass ihm die Leser gerne folgen?
Ich weiß nicht, ob ich wirklich so ein guter Erzähler bin, aber gestern abend reichte es für ein paar herzhafte Lacher der Familie. Auch ohne Internet und Computer und Gag-Schreibprogramm
Und das hat mir ausnehmend gut gefallen.

Weniger gut gefallen hat mir das Buch, dass ich Vorgestern begonnen habe zu lesen, und wegen dem ich diesen Artikel eigentlich geschrieben habe.
Die Sprache ist grammatikalisch immer zu 100% formvollendet, blutleer, farblos, trocken und ohne Leben. Um Adverbien, Adjektive und faule Verben zu vermeiden, wurden Satzkonstruktionen gebildet, mit denen man zwar dem Teekränzchen von Oma Trude Vibratoren der Marke „Rüttelt von unten bis in die Dritten durch“ schmackhaft machen könnte, aber eben keine spannende Geschichte erzählen. Die Dialoge sind austauschbar und ohne entsprechendes Layot könnte ich sie keiner Figur zuordnen.
Kurz:
Das Ding ist steriler als ein OP-Besteck frisch aus dem Desinfizierer.
Ich möchte es nicht beschwören, bin mir aber sicher, dass dieser Roman (dessen Titel ich hier ebensowenig nennen werde wie den Autor) mit Hilfe aller zur Verfügung stehenden Mittel auf 1000%-ige Korrektheit in allen Belangen geprüft wurde.
Ich vermisse in ihm die Stimme des Erzählers, der mich in einer kalten Nacht an einem Lagerfeuer ein wenig unterhalten und vom eisigen Biss des Nordwinds ablenken will.

Und das ist der Grund, warum ich manchmal voll retro bin.
Wenn es sein muss und passt, dann nenne ich die Dinge beim Namen und schreibe meine Sätze so, dass sie auch jeder versteht.
Ich finde es schade, wenn man so etwas Intimes, wie es das Erzählen und Bearbeiten einer Geschichte eben ist, einem nüchternen Algorythmus überlässt.
Oder sich blind auf die Hilfen verlässt, die das Internet oder Computer oder Software bieten.

Manchmal sind es die einfachen Basics des Lebens (und der eigenen Lebenserfahrung), welche die besten Ratgeber sind.

Und jetzt aber wirklich allen Besuchern meines Blogs einen tollen Start in die Woche 😉

D.J.Franzen

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2 Antworten zu Ein kleiner Nachtrag

  1. Christian Weis schreibt:

    „Ich finde es schade, wenn man so etwas Intimes, wie es das Erzählen und Bearbeiten einer Geschichte eben ist, einem nüchternen Algorythmus überlässt.“ —
    Das einer Maschine zu überlassen – puhhhh … dabei kommt dann wahrscheinlich etwas heraus, das einen den Kopf schütteln lässt wie diese seltsamen Mails, die man gelegentlich erhält: „Sie gewonnen haben Lotterie. Abholt Preis Euro 10000. Ganz große Gewinn.“ 😀

    • dirkjoerg schreibt:

      *lach* genau so las sich der besagte Roman, den ich jetzt weiterverkauft habe 😉
      Ich finde viele Hilfen wirklich super, gar keine Frage.
      Aber oft habe ich das Gefühl, als würden Texte so verfasst und bearbeitet, dass der Verfasser möglichst viele Gummipunkte von dem Programm erhalten kann.
      Level completet.
      Yoe are now a writer 😉

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