Mein Partner mit der warmen Schnauze

oder
Warum ich für mein Herrchen so wichtig bin

Vor ein paar Tagen, da bekam mein Rudel Besuch. Es gab ein großes »Oh!« und allgemeines »Ah« und jede Menge Schulterklopfen. Dann kam der Moment, wegen dem ich jetzt, anstelle von Herrchen, hier sitze. Der Besuch zeigte nämlich auf mich und fragte:
»Was ist denn das?«
Ja, ihr habt richtig gelesen.
WAS, nicht WER.
Um diese Unverschämtheit mal in die richtige Paspe … puspe … ach Quatsch! Um die Dinge mal auf die richtige Fährte zu legen, warum ich hier bin, und warum ich für mein Herrchen und mein Rudel so wichtig bin, hier ein paar warme Knurrer von mir.

Ich wache über das Revier unseres Rudels.
Wenn es vor der Tür merkwürdige Geräusche gibt, lauere ich und gebe leise Bescheid, dass da etwas nicht stimmt. Wenn jemand kommt, wird er zuerst ausgiebig beäugt und beschnuppert. Ist nicht anders als beim Zoll auf ‚m Flughafen auch. Riecht es nach Zoff, mache ich »Woff«!

Ich achte auf mein Rudel.
Sollte jemand aus meinem Rudel krank sein, schmiege ich mich an ihn und versuche Wärme und Liebe zu spenden. Das hilft immer.

Ich bin die Muse meines Herrchens
Wenn Herrchen hier am Rechner sitzt, dann kann es manchmal sein, dass er mich fragend ansieht und mir dumme Fragen stellt wie:
»Was zur Hölle mache ich jetzt mit dem Wanderer?«
Ich weiß zwar nicht, wer zur dreimal verfluchten Pansenfrikadelle, das jetzt wieder ist, (vielleicht der fette Boxer vom Haus gegenüber? Oder der freche Pekinese die Straße runter?) aber es scheint meinem Herrchen meist zu helfen, dass ich ihn fragend ansehe.
»Das ist es!«, ruft er dann. »Perfekt, Wurzel!« (einer meiner Spitznamen, die ich mit Würde versuche zu überhören)

Ich achte auf die Gesundheit meines Rudels.
Ich absolviere jeden Tag meine Trainingseinheiten im Fährtensuchen und Laufen, in dem Wäldchen hinterm Haus. Das hält mein Herrchen gleich mit fit, denn der wird sonst noch dicker. Außerdem kann er da ganz in Ruhe über seine merkwürdigen Geschichten nachdenken (Das sagt er jedenfalls. Ich halte das ja für eine faule Ausrede, um eben nicht zu schreiben. Aber okay, ich habe meinen Vorteil davon und mecker nicht rum.)
Dieser ersten Trainingseinheit folgt dann direkt die Nächste:
Das Bergen von verschütteten Gegenständen oder Personen. Mein Herrchen versteckt dann in, unter oder neben Kopfkissen und Bettdecken eines meiner Spielzeuge (oder auch sich selber, was aber keine große Herausforderung für mich ist) und ich beginne mit viel Gehüpfe, Schnüffeln und Wühlen dann mit der Suche.
Gut, ich gestehe, dass diese Trainingseinheit auf wenig Gegenliebe bei Frauchen stößt und zudem meist in einem großen Geknubbel und Gelächter aus Hund und Mensch endet. Aber immerhin:
Ich finde immer alles, was Herrchen so versteckt.
Erst recht ihn selber.
Danach stellt sich Herrchen im Kachelzimmer unseres Reviers wie eine riesige Nacktschnecke auf zwei Beinen unter dieses Regendings und singt dabei fürchterlich. (Nur die fette Katze von nebenan bekommt dabei Frühlingsgefühle und wird rollig. Ich haue dann immer ab. Das ist Herrchen selber Schuld, wenn er sich freiwillig unter ’n Regen stellt!)
Nach diesem merkwürdigen Ritual werde ich meist mit einem Leberwurstbrot, Fleischwurst oder gekochten Hühnerherzchen auf Reis verwöhnt. Manchmal, leider viel zu selten, gibt es Nudeln mit Herrchens Bolognese 😛
Nach jeder Trainingseinheit folgt eine Chill-out Phase. Die verbringen wir alle gemeinsam im großen Zimmer, wo Herrchen und Frauchen aus diesem flachen Fensterdingens gucken. Ich finde das ja merkwürdig, dass man da manchmal fette Karnickel sieht, aber sobald ich hinter das Fenster gehe, ist da nichts mehr 😦

Wie auch immer:
Ich bin wichtig für mein Rudel, und vor allem für mein Herrchen.
Ich bin Wächterin, Zollbeamtin, Krankenpflegerin, Muse und Trainingspartnerin in Personalunion.
Mein Herrchen und ich, wir sind ein Dream-Team.
Zusammen beschützen wir unser Rudel, gemeinsam heben wir die Welt aus den Angeln.
Okay, das mit der Welt müssen wir vorerst verschieben.
Ich hatte mal wieder Nachtschicht.
Ich lege mich jetzt auf die Couch und werde eine Runde chillen.
Aber jetzt wisst ihr wenigstens, was DAS da ist, und warum ich so wichtig bin.
Vor allem für mein Herrchen.

Tiffany Rubina Franzen

Nachtrag:
Und wenn Herrchen sich jetzt ein paar Tage nicht mehr meldet. dann liegt es daran, dass er für sein Schreiben gaaaanz viel nachdenken muss.
Im Wald, direkt hinter’m Haus.
Klar, dass ich dabei bin, oder?
🙂

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