Rezensionen …

… sind für uns Autoren in etwa das, was früher in der Schule die Noten für Aufsätze und / oder Referate waren.
Wer von uns hat nicht erst voller Transpiration um die Inspiration gekämpft, auf den glücklichen Moment gewartet, wo uns die Muse küsste und wir das dreimal verfluchte Thema der Aufgabe endlich zu packen bekamen und die Worte zu fließen begannen?
Die Autoren von heute machen das kein bisschen anders 🙂
Transpiration und Inspiration sind enge Geschwister.
Die gibt es nur im Doppelpack.
Leider.

Und genau so, wie wir damals auf dem Planeten »Schule« nägelkauend und händeringend auf den Augenblick der nackten Wahrheit gewartet haben, als der Lehrer durch die Reihen ging und die Hefte mit kurzen Bemerkungen zurückgab, ist es für Autoren auch heute noch, sobald sie eines ihrer Werke auf die Menschheit losgelassen haben.
Allerdings geht heute für uns Autoren nicht ein Lehrer durch die schmalen Gänge der Bankreihen und klatscht die Hefte, manchmal mit absolut niederschmetternden Bemerkungen garniert, auf die Tische. (»Franzen! Keine Ahnung was Sie gelesen haben, aber Die Glocke war das bestimmt nicht. Ihre Interpretation sieht eher nach einem Konsalik aus!«)
Nein, heute ist es das Äquivalent zur Lehrerkonferenz.
Das klingt auf den ersten Blick ganz fürchterlich.
Himmelherrgotthateinereineschaufelfürmich!
🙂
Ist es aber nicht.
Ganz im Gegenteil.

Eine gute Rezension, eine begründete Kritik, ist hilfreicher, als das knappe »Ausreichend, Thema verfehlt«, das in roter Tinte unter dem Ergebnis unserer Bemühungen, die Worte eines Goethe, Schiller oder Mann, in knapp anderthalb Stunden brütenden Schweigens mit der Hand in jene Interpretation zu pressen, welche der jeweilige Lehrkörper von uns erwartete.
Eine gute Rezension ist begründet, gerne auch subjektiv mit dem Lesegeschmack des Rezensenten eingefärbt. Eine gute Kritik, und sei sie noch so vernichtend, kann Ansporn und Fingerzeig sein, wo wir als Autoren falsch abgebogen sind.
Man muss sich als Autor nur eines vor Augen halten:
Niemand kann allen zur gleichen Zeit gleich gut gefallen.
Ist so.
Müssen wir hinnehmen.

Eine gute Rezension kann aber auch für Leser wie Sie eine enorme Entscheidungshilfe sein.
Und so, wie wir alle früher unsere Lieblingslehrer hatten (meine war eine Sportlehrerin, die eine frappierende Ähnlichkeit mit Heather Locklear hatte, und ich habe mich immer auf den Sommer gefreut, wenn sie in recht knappen T-Shirts zur Schule kam 😀 ), haben auch manche Autoren Rezensenten, deren Worten sie viel Gewicht beimessen.
Nicht nur von dieser Seite des Schreibtisches aus, von dem ich gerade diesen kleinen Artikel tippe, sondern auch von der anderen Seite.
Der Seite der Leser.
Denn ein Autor, der nicht liest, ist wie ein Fußballer, der sich keine Sportschau ansieht, um sich über die Stärken und Schwächen seines nächsten Gegners zu informieren.

Diese Rezensenten geben sich sehr viel Mühe, Sachlichkeit und persönlichen Lesegeschmack so in Worte einzutüten, dass man ihnen als Leser (und als Autor) folgen kann. Und diesen Rezensenten möchte ich heute, zum Start ins Wochenende, meinen Respekt zollen.
Hier ist eine kleine Auswahl an Blogs, die ich als Leser regelmäßig besuche, um meinen Einkaufszettel für’s Lesefutter zu füllen.

Horror & Co.
Horror and more
Krimi & Co.

Das ist wirklich nur eine kleine und sehr persönliche Auswahl, die stellvertretend für all die Blogger und Rezensenten stehen soll, die uns Autoren und unsere »Aufsätze« benoten und den LeserInnen da draußen eine kleine Landkarte des riesigen Gebiets der erhältlichen Bücher aufzeichnen.

Wenn Sie also das herrliche Frühlingswetter im Freien mit einem guten Buch verbringen wollen, können Sie sich hier informieren.
Bei einem guten Kritiker.
Wir Autoren warten nägelkauend und händeringend darauf, ob Sie mit dem Entschluss der »Lehrerkonferenz« einverstanden sind.

Ich wünsche allen Besuchern meines Blogs ein tolles Wochenende und zielsichere Buchempfehlungen.

D.J.Franzen

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7 Antworten zu Rezensionen …

  1. Pingback: Rezensionen … | Hinterhof der Fantasie

  2. Veronika Grager schreibt:

    Habe ein wenig bei Krimi & Co reingelesen und war sofort ziemlich enttäuscht.
    Denn ich bin eine österreichische Krimiautorin (die in Köln verlegt wird) und habe im Autorenverzeichnis nur drei meiner KollegInnen gefunden. Gut, ich schreibe witzige Lokalkoloritkrimis, noch dazu mit Dialogen in Mundart, mich gedachte ich hier ohnehin nicht zu finden. Aber was ist mit den Kollegen Andreas Gruber ( harte Thriller), Stefan Raab (seine Metzger-Romane sind Kult), Bernhard Aichner (dessen Totenfrau sogar in die USA verkauft wurde)?
    Eine ganz traurige Ösi-Autorin
    Veronika Grager

    • dirkjoerg schreibt:

      Es tut mir leid, aber für derartige Fragen / Beschwerden bin ich die falsche Adresse.
      Ich lese und schreibe, rezensiere aber nicht und die drei genannten Blogs sind, wie ich auch explizit erwähnte, nur eine ganz kleine und sehr persönliche Auswahl.
      Alle Portale zu nennen, auf denen ich regelmäßig als Leser reinschaue, hätte jedoch den Artikel unnötig in die Länge gezogen und zudem seinen Sinn enstellt. Letzterer bestand darin, humorvoll darüber zu berichten, was eine Rezension für einen Autor bedeutet und zudem aufzuzeigen, dass es auch abseits eines großen Anbieters die Möglichkeit gibt, sich über Bücher zu informieren.
      Verständlicherweise werde ich mich hüten irgendeinen, wie auch immer gearteten Einfluss auf die Inhalte der von mir in dem Artikel genannten oder allgemein verlinkten Blogs zu nehmen.
      Sprechen Sie hierzu doch bitte die betreffenden Betreiber der Blogs an.
      Freundliche Grüße nach Österreich
      D.J.Franzen 🙂

      Nachtrag:
      Der Autor der Metzger-Krimis ist übrigens ein Wiener und heißt Thomas Raab. Stefan Raab ist ein deutscher Brachialkomiker, der auf Pro7 sein Unwesen treibt, aber kein Autor 😉

  3. Carmen Weinand schreibt:

    Liebe Frau Grager,
    Ein Literaturblog ist in der Regel ein privater Hobbyblog. Soll heißen: Es gibt keine Garantie auf Vollständigkeit irgendwelcher Autorenlisten oder auf andere Inhalte. Wenn eine Leserin für sich ein Buch entdeckt und beschließt, es zu besprechen, dann kann der Autor sich darüber freuen oder auch nicht 😉
    Ich frage mich manchmal, wie die Leute sich unser Hobby vorstellen. Wahrscheinlich geht man davon aus, dass wir über einem globalen Verzeichnis aller Autoren brüten und verzweifelt versuchen, alle abzuarbeiten und unterzubringen. Man gestatte mir an dieser Stelle ein sanftes Grinsen!
    Sicher muss ich an dieser Stelle nicht erklären, dass ein solches Vorgehen nicht möglich ist.
    Wenn ein Autor ein interessantes Werk veröffentlicht, die Gezeiten, das Wetter und die Gestirne in günstiger Konstellation zueinander stehen und der Blogger auch noch zufällig über genau dieses Buch stolpert, weil es womöglich irgendwo beworben oder zum Verkauf angeboten wurde, besteht die Möglichkeit, dass es auch gelesen wird.

    Spaß beiseite. Eigentlich möchte ich nur sagen: Dieser Artikel ist nicht der richtige Ort, sich über den Zustand fehlender Inhalte auf den o.g. Blogs zu beschweren. An dieser Stelle herzlichen Dank an D.J. für die freundliche Erwähnung.

    Man kann uns Blogger direkt anschreiben. Das ist ganz einfach 🙂

    Herzliche Grüße
    Carmen Weinand

    • Veronika Grager schreibt:

      Liebe Carmen Weinand,

      Alles klar. Ich fand es nur schade, dass fast keine Österreicher dabei sind. Wollte weder kritisieren noch unangenehm auffallen. Nur darauf hinweisen. Das war’s auch schon.
      Ich werke für die Krimikollegen http://www.krimikollegen.de – auch so ein Blog. Für Bücher, Filme, etc. Dort geht es ein wenig internationaler zu. Der Blog ist allerdings noch im Aufbau begriffen.

      Schönes Wochenende
      Vero

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